Angriff auf Norwegen und Dänemark

Am 01.03.1940 wurde von Hitler die Weisung für das „Unternehmen Weserübung“ gegeben und am 09.04. begannen die Operationen.

Vorausgegangen waren die Allierten Interventionen Richtung Norwegen, wo sie mit 4 Divisionen in den finnisch-sowjetischen Krieg („Winterkrieg“) eingreifen wollten. Nachdem dieser Krieg am 12.03.1940 nach einem schwererkämpften sowjetischen Sieg durch den Moskauer Frieden beendet wurde, planten die Alliierten, diese Einheiten am 08.04. Richtung Norwegen zu verlegen. Durch diese Aktion sah Hitler die wichtigen schwedischen Erzlieferungen gefährdet, die über den norwegischen Hafen Narvik verliefen. Verstärkt wurde Hitlers Mißtrauen durch den Zwischenfall mit dem deutschen Troßschiff Altmark, das am 16.02.1940 durch den britischen Zerstörer Cossack in norwegischen Hoheitsgewässern gekapert wurde, um englische Handelsmatrosen zu befreien.

Dänemark war wirtschaftlich eng mit Deutschland verflochten, stand der NS-Politik jedoch kritisch gegenüber. Dennoch wurde im Mai 1939 ein Nichtangriffspakt mit Deutschland geschlossen und im November 1939 der „Große Belt“ Richtung Ostsee gegen die britische Royal Navy vermint.

Norwegen hatte zwar eine traditionelle Neutralitätspolitik, pflegte aber gute Kontakte nach England, die sich nach dem sowjetischen Angriffskrieg auf Finnland noch verstärkten.

Nach einem massiven Einsatz der deutschen Kriegsmarine wurden 7 Divisionen per See- und Luftweg nach Oslo, Stavanger, Kristiansand, Bergen und Narvik bewegt. Dänemark fiel praktisch kampflos und nahm die deutschen Forderungen (v.a. Verzicht auf Widerstand), die um Verständnis für die Aktion gegen England warb, an, wodurch König, Regierung, Parlament und Armee sowie vorerst auch die dänischen Juden unangetastet blieben und auch auf die Rückgliederung Nordschleswigs verzichtet wurde.

Norwegen hingegen wurde nicht wie Dänemark „friedlich besetzt“, sondern wehrte sich mit zunächst schwachen Land- und Seeeinheiten, bis es vom 14. bis zum 18.04. Hilfe von britischen, französischen und polnischen Truppen erhielt.

Die Kämpfe in Süd- und Mittelnorwegen wurden schnell entschieden, längere Kämpfe gab es lediglich in Narvik, wo Befehlshaber Generalleutnant Eduard Dietl mit Gebirgsjägern und Marinesoldaten stationiert war, gegen eine Übermacht von 25.000 Mann und unter dem Bombardement britischer Schlachtschiffe standhielt und sich schließlich – durch weitere Fallschirmjäger unterstützt – in die Berge zurückziehen musste. Die weiteren deutschen Offensiven zwangen die Alliierten schließlich, Ihre Norwegen-Offensive im Juni 1940 abzubrechen.

Nachdem der norwegische König Haakon VII. ins Exil nach England ging, wurde Josef Terboven zum deutschen Reichskommisar ernannt. Erst ab 1943 gab es vereinzelt Widerstand in Dänemark, woraufhin Reichskommisar Best am 29.08. das Land unter Kriegsrecht stellte, die Regierung zurücktrat und große Teile der dänischen Flotte sich selbst versenkte. Am 04.05.1945 kapitulierten die ca. 40.000 deutschen Soldaten in Norwegen, am 09.05.1945 liefen britische Kriegsschiffe im Hafen von Kopenhagen ein und am 31.05.1945 kehrte die norwegische Exilregierung nach Oslo zurück.

Für Deutschland hatte die Eroberung Dänemarks und Norwegens wichtige taktische und strategische Bedeutung:

  • Sicherung der wichtigen Erzlieferungen aus Schweden (rund 40%!)
  • Eroberung von wichtigen Basen für die Kriegsmarine (zur Vermeidung einer englischen Blockade wie im 1. Weltkrieg sowie zum künftigen Einsatz der U-Boot-Waffe)
  • Gewinnung neuer Startplätze für die deutsche Luftwaffe zur stärkeren Kontrolle über die Nord- und Ostsee und für einen etwaigen Kampf gegen das britische Festland